26. Stummfilmfestival Pordenone, 6.-13. Oktober 2007English


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Das 26. Stummfilmfestival in Pordenone fand vom 6.-13. Oktober 2007 in Pordenone. Damit kehrt das Festival nach acht Jahren wieder in seine alte Heimat zurück.

Während dem Festival versuchte ich ein Fast-Live-Blogging im Stummfilm-Blog . Die Artikel wurden auf die Schnelle zusammengeschrieben und baldmöglichst veröffentlicht.

Hier nochmal eine leicht redigierte Zusammenfassung dieser Beiträge. Nach den Beiträgen steht der Link zum Originalen Blogbeitrag.

Ein kleines Vorwort zu dem Festivalbericht: Sollte der Eindruck entstehen, ich bin nur zum Spass auf diesem Festival und um es mir gutgehen zu lassen, so ist dieser Eindruck richtig.

Ich habe beruflich nichts mit Stummfilmen (oder Film überhaupt) zu tun, ich mag einfach Stummfilme. Ich nutze die Gelegenheit auf diesem Festival Filme zu sehen, die man ansonsten nicht zu sehen bekommt, und das ganze mit der Livebegleitung von hervorragenden Musikern aus aller Welt. Und da das Festival in Italien stattfindet, geniesse ich auch diverse Espressos in den letzten Sonnenstrahlen des italienischen Herbstes (sofern sie nochmal kommt, gerade schüttet es), ebenso wie ich die italienische Gastronomie beglücke.

Aber liebe Archivleiter und sonstige Chefs, die sich evtl. in diesen Blog verirren: Das Festival ist auch eine große Kontaktbörse, an jeder Ecke sieht man kleine Grüppchen, die Kontakte knüpfen und neue Kooperationen planen. Die Reisespesen für das Festival sind gut angelegt, eure Leute reißen sich auf dem festival die Beine aus!

Weitere Weblinks zum Festival

Samstag, 6. Oktober 2007

Willkommen zum Giornate del Cinema Muto in Pordenone

Nachdem ich gestern nach einem kurzen Tag in Venedig mit der Bahn weiter nach Pordenone fuhr (4.40€ für etwas über 1 Stunde Fahrt (Bummelzug 1 1/2h), solche Preise hätte ich auch gerne in Deutschland), im Hotel mit Namen gegrüßt wurde (Hab ich was angestellt, das die mich noch kennen? - Nein, glaub nicht, war einfach schon oft genug da) bin ich heute zum Festivalbüro. Es befindet sich im Palazzo Badini, direkt an der zentralen Piazza Cavour, ca. 200m von dem Teatro Comunale Giuseppe Verdi.

Normalerweise gab es immer zwei Schlangen bei der Registrierung. Eine lange am normalen Registrierungsschalter und eine kurze bei den Donors, das sind Festivalbesucher die freiwillig mehr als den normalen Festivalbeitrag zahlen und dafür garantierte Plätze bei der Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung erhalten. Dieses Jahr gab es nur eine Schlange -- Bei den Donors.

Keine Köfferchen

Ohhh, schade. Keine Köfferchen. Die letzten Jahre gab es zum Transport des doch umfangreichen Informationsmaterial (Programmheft mit über 150 Seiten, Zeitplan, diverse Flyer...) ein kleines Köfferchen aus Kunststoff-Wellpappe. Dieses Jahr gibt es eine (stabile) Stofftasche.

So, jetzt noch kurz nachfragen wegen Internetverbindung - sollte klappen. Mal schauen, bis wann ich den ersten Blogbeitrag posten kann.

Erste Filme: Die Hose, Dream Street

Am frühen Nachmittag geht es mit den ersten Filmen los. Das Festival startet mit Die Hose (Deutschland 1927, Hans Behrend) begleitet von Phil Carli. Was lernt man in dem Film? Anständige Frauen brauchen nicht schön sein. Insgesamt eine nette Komödie um einen ordentlichen Beamten, dem es äußerst peinlich ist, als seine Frau eine Unterhose (eher ein Unterrock) verliert, der aber nicht bemerkt, wie in der Folge mehrere Männer sehr um seine Frau bemüht sind. Genial die Szene am Schreibtisch, an dem der Beamte nichts macht. Nichts, bis Punkt zwölf. Da packt er sein Vesperbrot aus ißt es und macht - nichts.

Danach folgt Dream Street (USA 1921, Griffith), begleitet von Gabriel Thibaudeau. Viel Action, viel Dramatik, Griffith halt (hab ich schonmal geschrieben, das ich Griffith nicht mag?)

Welcome Home/Orphans of the Storm

Es gibt zur Eröffnung ein paar kurze Eröffnungsreden. Das Teatro Comunale Giuseppe Verdi wird gelobt, Sacile, dem Gastgeber der letzten acht Jahre, wird nochmals gedankt, Festivaldirektor David Robinson bekommt noch eine Medaille überreicht. Danach spricht David Robinson seine traditionellen zwei Worte Welcome Home und begüßt uns alle in SacilePordenone (kleiner Versprecher).

Danach wird der Eröffungsfilm Orphans of the Storm von D.W.Griffith gezeigt (1921). Der Film aus der Zeit der französischen Revolution enthält in über zwei Stunden viel Dramatik und Pathos. Ein echter Griffith (hab ich schonmal geschrieben, das ich Griffith nicht mag?).

Die Begleitmusik wurde 2001 von John Lanchbery komponiert und hervorragend durch das Orchestra Sinfonica del Friuli Giulia, geleitet durch Timothy Brock, gespielt. Ein Genuss!

Sonntag, 7. Oktober 2007

Treasures III, Starewitchs Insekten und Rivalen

Heute morgen hat es im Gegensatz zu gestern Sonne, schade nur, das man gleich zum ersten Film ins Dunkle geht. Gezeigt werden Filme aus der neu erscheinenden DVD-Sammlung Treasures III.

Darunter der erste Mafiafilm (?) The Black Hand und ein anderer, von Gewerkschaften unterstützen Film (Labor's reward, 1925). Wäre mal eine Idee für deutsche Gewerkschaften: Firmen mit Tarifverträgen bekommen das Recht auf ihre Produkte ein Label Gewerkschaftsprodukt zu machen. Und jeder Arbeiter schaut, das nur Produkte mit diesem Label gekauft werden

Ein weiterer Film der Reihe ist der wohl erste Film, der zur Aufführung in Schulen gedacht war. Es handelt sich bei Cost of Carelessness um ein Film zur Verkehrserziehung. Dabei wird eindrücklich vor Autos und Straßenbahnen gewarnt und wie man aufpassen muß. Spannend das es schon damals darum nicht darum ging den Verkehr kindersicher zu machen, sondern die Kinder Verkehrssicher. Auch spannend, das auf die Gefahren der Starßenbahnen und Autos so eingegangen wurde, obwohl damals noch weit mehr Unfälle mit Pferdewagen passierten als mit motorisierten Fahrzeugen. Aber schenbar hat man sich auch damals schon mit üblichen Verlustraten im Verkehr abgefunden, war bloß erstaunt, das es mit dem motorisierten Verkehr nicht besser wurde.

Begleitet sind die Filme von John Sweeney.

Danach folgen drei Filme von Ladislav Starewitch (Animationsfilme mit Insekten, faszinierende Arbeiten, denen man ihren Aufwand ansieht) und mit Rivalen (Harry Piel, 1923) ein längerer Film. Die Filme sind von Gabriel Thibaudeau begleitet.

Nach einer kurzen Mittagspause kommt noch Entr'acte von René Clair. Hätte man das Programm besser gelesen, hätte man gemerkt, das der Film selbst nur 25 Minuten lang ist und davor ein Vortrag folgt. Schade, das man es nicht gelesen hat und sich deshalb kein Empfangsgerät für die Übersetzung ausgeliehen hat. (Zwischentitel und Vorträge werden alle nach italienisch und englisch übersetzt. Die Übersetzung kann man mit kleinen Em pfangsgeräten und Kopfhörer anhören.) Der Film war zumindest interessant und von Barbara Rizzi und Antinio Nimis mit der Originalmusik von Erik Satie begleitet.

The Cook/Pass the Gravy

Zur Entspannung in eine sehr volle Veranstaltung. Gezeigt wird The Cook mit Roscoe Arbuckle und Buster Keaton, gefolgt von Pass the Gravy, beide Filme von dem Orchestra della Scuola Media Centro Storica di Pordenone begleitet.

Das Theater ist sehr voll, es hat viele Pordenoner mit Kindern im Theater. Beide Filme sind nette Slapstick-Komödien. Wer mal nach einer etwas anderen Kleopatra-Szene sucht wird mit Roscoe Arbuckle fündig und wer mal sehen will, wie man am besten Hühner nachmacht sollte sich Pass the Gravy nicht entgehen lassen.

Begleitet werden die Filme von einem Schulorchester, das nach der Vorstellung großen Applaus bekommt - und das nicht nur von Eltern und Geschwistern.

Spätfilm am Sonntag

Der späte Abend startet mit einem Stummfilm des 21. Jahrhunderts. Im Film Rent Party (USA, 2006) quält Donald Sosin als Klavierspieler ein Pärchen mit trauriger Klaviermusik. Begleitet wird der Film live von Donald Sosin.

Danach folgt The Stolen Voice, den Donald Sosin nicht nur am Klavier, sondern auch gesanglich und an den passenden Stellen hustend, begleitet.

Montag 8. Oktober 2007

Montag Vormittag mit gesponorten Filmen

Erste Film Buddenbrocks lasse ich ausfallen, der Tag startet für mich mit zwei Ladislav Starewitch-Filmen, gefolgt von mehreren von gesponsorten Filmen.

Nach einem kurzen Werbespot für Zigaretten (1897) gibt es etwas längere Filme, in denen die USA als Einwanderungsland gelobt wird, ein Informationsfilm über den Hakenwurm, bzw. die Hakenwurmkrankheit (Ankylostomiasis) und ein Film über das kaufhaus Hutzler als Arbeitgeber.

Begleitet werden die Filme von Gabriel Thibaubeau.

Danach kommt mit Masters Hand ein Werbefilm über die Autoproduktion von 1936. Der Film kommt mit eigener Tonspur, die zumindest mich nach der Hälfte nur noch störte. Mit dem Fortgang der Autoproduktion wurde die Musik aufgeregter und steigerte sich immer weiter. Etwas mehr Ruhe hätte dem Film gutgetan.

Jean Darling und die kleinen Strolche

Am nachmittag gibt es vier Filme der kleinen Strolche (Our Gang) zu sehen, einer davon ein Tonfilm. (Praktisch so eine Baby-Waschanlage).

Danach kommt Jean Darling, eine der Darstellerinnen der Strolche auf die Bühne. Erst geht der Vorhang zu, dann wird ein Stuhl vor den Vorhang gestellt, dann wird der Stuhl reingeholt, dann geht der Vorhang auf und Jean Darling begrüßt uns.

David Robinson (Festivaldirektor) bedauert es, das er für Jean Darling nicht mit den Ohren wackeln kann (eine Anspielung auf einen der vorherigen Filme) aber Jean Darling nimmt es ihm nicht krumm.

Danach singt Sie noch drei Lieder, davon eines auf italienisch weil wir ja in Italien sind.

Erzählt hat sie nicht viel, aber es ist noch ein Interview mit Ihr angekündigt, es ist nur noch nicht klar wann und wo es genau stattfinden soll.

Armenischer Film

Shor and Shorshor

René Clair

Im Abendprogramm kommen zwei Filme aus der Reihe René Clair.

In Paris schläft wartet ein Nachtwächter auf der dritten Plattform auf dem Eiffelturm erfolglos auf seine Ablösung. Als er schließlich nach unten steigt, muß er feststellen, das die Stadt so gut wie leer ist, die wenigen Menschen die es noch gibt schlafen alle und lassen sich nicht wecken. Schließlich stößt er auf eine Gruppe Reisender, die gerade nach Paris flogen. Es folgt schließlich eine amüsante Reise durch das schlafende Paris bis sich schießlich das Rätsel löst.

Danach folgt mit Séraphin ou les jambes nues eine nette Komödie um eine beschmutzte und deshalb ausgezogene Hose.

Beide Filme sind genial von L'Octuor de France begleitet.

Dienstag 9. Oktober 2007

Baruch

Heute morgen bekam ich einen interessanten Film zu sehen: Das alte Gesetz (Baruch) (Deutschland, 1923). Der Film handelt von dem Sohn eines Rabbis, der gerne Schauspieler werden will, damit aber in Konflikt mit den traditionellen jüdischen Riten, und damit auch seinem Vater, kommt.

Gefallen hat mir die Darstellung des Schtetl. Die Leute waren einfach normale Menschen, es gab keine Überzeichnungen des jüdischen Lebens. Statt zur Kirche ging man halt zur Synagoge.

Begleitet wurde der Film von Donald Sosin und Günter Buchwald. Die Klezmer-Anklänge hielten sich zum Glück in Grenzen, so das die Musik schön zu den Szenen harmonierte.

Weniger gefallen hat mir diesmal mein Sitz. Die hinteren Reihen sind nicht so zu empfehlen, das Rein-Raus von Zuschauern ist doch sehr ablenkend.

60. Jahre Niederländische Filmmuseum

Das Niederländische Filmmuseum feiert dieses Jahr sein 60. Jubiläum. Aus diesem Anlass wird in Pordenone eine Annie Bos-Reihe gezeigt.

Es wurden drei kurze und ein langer Film (Blind) mit der Asta Nielsen Hollands gezeigt. Nette kleine Filme, die man nicht unbedingt gesehen haben muss. Begleitet wurde die Filme von Mauro Colombis am Klavier, zu Blind sang Paola Mora die Lieder von Annie Bos.

Sponsored Films im Collegium

Parallel zum Filmprogramm gibt es auf dem Giornate noch weitere Angebote. Eines davon ist das Collegium. Der Name war ursprünglich Collegium Sacilense, einem mittelalterlichen Ereignis der Stadtgeschichte Saciles. Für das Collegium erhalten zwölf junge Menschen eine Förderung und können das Festival besuchen. Im Rahmen von Dialogen erarbeiten Sie sich ein Thema, das nur im Rahmen dieses Festivals aufgearbeitet werden kann, die Ergebnisse werden dann später veröffentlicht.

Diese Dialoge kann jeder besuchen. Ich war auf einem Dialog mit Rick Prelinger zum Thema Silent Sponsored Films (vielleicht am besten mit Industriefilme zu übersetzen, Filme von Firmen zur imagewerbung bezahlt werden).

Prelinger verglich sponsored films mit den heutigen Firmen-Websites, die ebeno zur Selbstdarstellung von Firmen dienen. Spannend an den Industriefilmen sind vielfach die Drehorte. Es werden die Firmensitze der beauftragenden Firmen gezeigt, nicht nur Orte wo Filmfirmen sitzen.

Besonders interessant fand ich Perlingers Kommentare zu den Filmrechten und DRM (Digital Right Management), das er für übertrieben hält. Er verwies nur auf eine Szene aus Paris dort in der eine Szene mit einer geklauten Mona Lisa vorkommt. Heute würde niemand wagen so eine Szene zu drehen, es wäre aus juristischer Sicht viel zu gefährlich und das Louvre würde Lizenzgebühren verlangen.

Sein Archiv ist zum Großteil bei archive.org verfügbar. Seit seine Filme frei im Internet verfügbar sind, hat sich sein Umsatz verdoppelt. Als Gründe führte er neben Qualitätsaspekte vor allem an, das die Lizenz im Internet nicht überzeugt. Verwender können nicht zu ihren Auftragsgebern gehen und sagen auf der Intersetsite steht, wir dürfen das Material verwenden, nein sie brauchen eine schriftliche Bestätigung. Er meinte, eigentlich würde es als Geschäftsidee ausreichen, einen kostenlosen Download des Films anzubieten, für Geld gibt es dann eine schöne Urkunde in der steht, das man das Material wirklich frei verwenden kann. Ein anderer Grund ist, das es Leute gewohnt sind, es machen zu lassen, der Download im Internet ist Ihnen zu kompliziert, sie lassen es sich lieber zusenden (dann aber auch gleich in dem gewünschten Format).

Mabel Normand-Filme am Dienstag abend

Im Spätprogramm kommen noch einige Filme von Mabel Normand, begleitet von Donald Sosin.

Es war ein gelungener und amüsanter Tagesabschluß. Ich glaube ich muß mal gezielt nach Filmen mit ihr Ausschau halten, sie war einfach eine gute Schauspielerin und Komödiantin.

Mittwoch 10. Oktober 2007

Der Kampf der Tertia

Der Mittwoch beginnt nach zwei kurzen Starewitch-Filmen für mich mit dem deutschen Film Der Kampf der Tertia. Ein amüsant anzusehender, aber auch etwas kruder Film. Im Wattenmeer liegt vor der Stadt Boestrum eine freie Schule deren Schüler stolz auf ihre Unabhängigkeit sind. Als die Stadtverwaltung beschließt alle Katzen wegen Tollwutgefahr zu töten, rebellieren die Schüler.

Die Geschichte erscheint als Schulgeschichte über engagierte Schüler, die gemeinsam für eine gemeinsame Sache kämpfen. Aber man könnte auch sagen, es ist die Geschichte, wie eine Jugendgang eine Stadt terrorisiert.

Außerdem hatte ich den Eindruck, das zwar in der Gruppe demokratische Elemente vorhanden sind, aber trotz allem eine Führerstruktur mit Gruppenzwang vorliegt. Und hinter allem stehen gutmütige Lehrer, die den Schülern freie Bahn lassen, aber trotzdem das Zepter in der Hand haben. Der Film wurde 1928 gedreht.

Begleitet wurde der Film von Günter Buchwald und die Katzen sind am Ende gerettet.

Analoge und digitale Filmrestaurierung im Collegium

Am nachmittag geht es zu meinem zweiten Collegium-Besuch, diesmal zum Thema Analog and Digital Film Preservation in the "Age of Access". Es wurden zwei Restaurierungsprojekte vorgestellt, einmal analog, einmal digital. Auf die Frage warum mal eine analoge, mal eine digitale Restaurierung verwendet wurde, kam als Hauptgrund das Ursprungsmaterial hervor. Als besondere Gründe für eine digitale Restaurierung wurde eine notwendige Satbilisierung des Bildes und eine andlung von 28mm auf 35mm genannt, die bei einer analogen Restaurierung nicht oder nur sehr schwer möglich gewesen wäre.

Danach ging es spannend weiter. Martin Koerber betonte nochmal, das die Diskussion analog versus digital sich überlebt hat. Es gibt kein entweder-oder, sondern nur noch die Überlegung, welches Verfahren für das vorhandene Material besser ist. Und es kann gut sein, das für eine Restaurierung beide Varianten verwendet werden.

Er wies insbesondere darauf hin, das man zwischen Restaurierung (restore) und Erhalt (preservation) unterscheiden muß. So kann man nach einer digitalen Restaurierung durchaus wieder eine analoge Kopie erzeugt werden, die in einem Archiv gesichert werden kann. Koerber selbst empfiehlt beides zu behalten. Auf jeden Fall sollte man aber das Ursprungsmateriel erhalten sofern dies möglich ist. (scheinbar ist das nicht selbstverständlich. Es gab und gibt Archive, die nach dem Erzeugen einer restaurierten Kopie das Original vernichten). Mit fortschreitender Entwicklung kann man evtl. neue bessere Restaurierungen durchführen.

Aber Koerber geht davon aus, das man in Zukunft mehr digital sichern muß. Die Industrie geht klar in die Richtung des digitalen Kinos und über kurz oder lang wird die Technik fehlen um weiter analoge Kopien zu machen oder Kinos zu finden, die die Filme noch zeigen können. Ebenso wie in der Vergangenheit alles auf 35mm kopiert wurde, weil für exotische Formate wie 28mm schlicht die Projektoren fehlen. Archive sollten sich darauf einstellen, das sie umdenken müssen.

Frühe Bibelfilme

Im Nachmittagsprogramm werden unter dem Titel Bible Lands Films deren Ursprung nicht ganz geklärt ist.

Vor Beginn des Films wird berichtet, wie die Filme gefunden wurden: In einem Geschäft lag im Schaufenster eine Filmrolle mit der Aufschrift Collection ELGE. Auf Nachfrage hatte der Geschäftsinhaber weitere 93 Filmrollen, die aber alle nach Angabe des Händlers leider nur Negative sind.

Eine Sichtung ergab, das es Aufnahmen aus der Türkei, Ägypten und Palästina sind. Es wird vermutet das die Filme 1897 von einem Albert Kirchner im Rahmen einer Verfilmung von Jesu Leben gedreht wurden.

Die Filme selbst zeigen Szenen aus dem Alltag der bereisten Länder, am Ende kamen biblische Szenen. Nett die Kreuzigungsszene: Jesus (ein etwa 10jähriges Kind) trägt ein Kreuz aus zwei Latten, legt es auf Boden, legt sich schliesslich selbst darauf und eine Frau kommt und trauert.

Die in der Türkei gedrehten Filmszenen wurden nicht gezeigt, sie werden vermutlich auf deiner der kommenden Festivals gezeigt werden (ist die Türkei ein kommendes Schwerpunktthema?).

Private Chaplinfilme

Zum Abend gibt es noch ein kleines Schmankerl. Mit All at Sea werden private Aufnahmen von Alistair Cooke gezeigt, die Charlie Chaplin auf einer Yachttour mit Paulette Goddard. Es zeigt einen charmanten Chaplin, der kleine Witzchen macht und verschiedene Imitationen von verschiedenen Menschen.

Der Mädchenhirt

Nach den Chaplinfilmen gibt es noch einen deutschen Film von 1919. In Der Mädchenhirt nach einer Geschichte von Egon Erwin Kisch werden u.a. Prager Ansichten gezeigt.

Der Film wird im November in Hamburg auf dem CineFest gezeigt und geht danach auf Tournee in Berlin, Zürich, Prag und Wien.

Die Handlung auf die Schnelle: Der Weg von Jaroslav, dem Sohn aus einer Affaire mit einem Kriminalkommissar, von einem jungen Mann zum Zuhälter wird gezeigt. Bei einer Verhaftetung durch seinen Vater wird deren Beziehung zueinander aufgedeckt. Nach einem Krankenhausaufenthalt will er ein neues Leben beginnen und frägt seinen Vater nach Geld. Aber seine Vergangenheit holt ihn ein.

11.Oktober

Pordenone: Winsor McCay, His Life and Art

Im Rahmen der Jonathan Dennis Lecture berichtete John Canemaker über das Leben und Werk von Winsor McCay.

Winsor McCay war erfolgreicher Comiczeichner (Litte Nemo) und drehte, oder besser zeichnete, mit die ersten Animationsfilme. Neben einer Beschreibung gab es auch einige Filme mit Winsor McCay zu sehen.

Meist war es dasselbe Schema. Winsor McCay trifft sich mit bekannten und schließt eine Wette ab, das er zu einem Thema eine Animation machen kann.

Die Idee für die Erstellung von Gerdie the Dinosaur kam Winsor McCay angeblich bei einem Museumsbesuch. Im Anschluss wird dann die Produktion gezeigt, es werden Stapelweise Papier und Fässerweise Tinte (die großen Holzfässer zum rollen, nicht kleine Tintenfässchen) zur Produktion besorgt und losgezeichnet. Einige der Zeichungen gibt es noch und erzielen bei Auktionen bis zu 4000 Euro.

Eindrucksvoll auch die Animation zum Untergang der Lusitania.

Pordenone: Collegium Reel Emergencies

Am Nachmittag war ich nochmal auf einem Collegium-Gespräch, Thema war diesmal Reel Emergencies: The Thomson Foundation and FIAF Projects

Séverine Wemaere von der Thomson Foundation for Film & TV Heritage berichtete von einem Projekt in Kambodscha um dortige Filme zu erhalten. Kambodscha ist ein Land ohne Geschichte. Geschichtsbücher, sofern überhaupt vorhanden, enden vielfach im 15Jh, manchmal reichen sie bis in die Kolonial/Nachkolonialzeit. Aber die letzten 35 Jahre fehlen in der kambodschanischen Geschichtsschreibung. Das Projekt versucht Filmmaterial aus dieser Zeit zu erhalten und für spätere Auswertungen zu archivieren.

Ein weiteres Projekt aus Indien, das jungen Filmemachern die Grundlagen der Filmkonservierung beibringen soll, konnte Sie nur kurz anreißen. Für die Vorstellung weiterer Projekte fand sich leider keine Zeit, da noch auf FIAF-Projekt eingegangen wurde. Aber sie konnte darstellen, das die Reel Emergencies: The Thomson Foundation and FIAF Projects ''

Die FIAF (Fédération Internationale des Archives du Film) war ebenfalls vertreten und stellte ihr Projekt one reel per archive vor.

Grundidee ist, Archive die können, sollen ein Reel eines bedrohten Filmes restaurieren und so für den Erhalt eines Filmes aus einem Archiv sorgen, das dazu selbst nict in der Lage ist. Als Beispiel wurde ein peruanische Stummfilm genannt. Insgesamt sei das Projekt aber nicht erfolgreich. Projekte seien da, Geld eigentlich auch, aber solange die Archive kein eigenes Interesse haben, wird auch nichts übernommen. Ein Gegenbeispiel sei ein argentinischer Film, mit einem Reisebericht von Argentinien in die USA mit einem Auto. Deutschland hatte interesse (es waren deutschstämmige Filmer beteiligt) und die USA hatten als Transamerikanische Projekt ebenfalls Interesse.

Insgesamt fand ich die Diskussion unbefriedigend. Séverine Wemaere war gut vorbereitet und berichtete engagiert und interessant, leider kam ihr immer wieder die Diskussionsleitung dazwischen, um auf die FIAF-Aktivitäten zu kommen, die aber schlecht und chaotisch (sorry) vorbereitet waren. Eine Trennung auf zwei Termine wäre besser gewesen.

Einig waren sich die Diskuttanten, das die größten Notfälle (Reael Emergencies) sich in Afrika, Südamerika und Süd-Ost-Asien befinden. Dort werden Filme in unzumutbaren Zuständen gelagert und es fehlen die Möglichkeiten die Bestände zu sichern.

Pordenone: René Clairs italienischer Strohhut

Zum Abend gibt es wieder einen netten Film zu sehen, Un Capeau de Paille d'Italie (Der italienische Strohhut?) von René Clair.

Zuvor werden aber noch Daniela Currò und Vincent Pirozzi für deren gelungene Restaurierungen zweier Filme gelobt. Kaleidoscope (Daniela Currò) ist ein Farbfilm von 1925 der als Experimente von den Kodakstudios erzeugt wurden. Dabei wurden die Szenen gleichzeitig mit zwei Filtern aufgenommen und beim entwickeln wieder zweiseitig auf den Films aufgetragen. Problematisch war u.a. das suchen nach den richtigen Farbkombinationen. The Voice invisible/Making a record (Vincent Pirozzi) ist eine Dokumentation über die Entstehung von Schallplatten und über die ersten Funkübetragungen. Die Restaurierung erfolgte digital, da man den Film stabilisieren mußte und weil das Original von 28mm auf 35mm vergrößert wurde.

René Clairs Film Un Capeau de Paille d'Italie war wieder eine gut gelungene, leichte Komödie, die von Phil Carli begleitet wurde. Es ist doch unglaublich, wieviel Ärger ein von einem Pferd angefressener Strohhut am Tag seiner Hochzeit verursachen kann.

Freitag 12. Oktober 2007

Pordenone Masterclasses

Heute besuchte ich erstmals die schon die ganze Woche stattfindende Masterclass. Zwei Pianisten bekommen in Pordenone die Gelegenheit bei Experten des Fachs die Stummfilmbegleitung zu erlernen. Jeden Tag kann man bei einer etwa zweistündigen Sitzung dabei sein und sehen, wie Pianisten lernen Stummfilme zu begleiten. Dieses Jahr bekommen Nakia Masumura (USA) und Roman Zavada (Kanada) diese Gelegeneit.

Als ich dort war erklärte Neil Brand den zwei Nachwuchspianisten, wie man dem Musiker unbekannte Stummfilme begleiten kann und wie man sich darauf vorbereitet. Die Grundsätzliche Vorbereitung ist so einfach, wie doch komplex. Lese alles, was dir über den Film in die Hände kommt. Als Beispiel nimmt er sich die, manchmal recht knappen, Beschreibungen aus dem Programm des Festivals. Daraus soll man sich überlegen, wie die Handlung wohl aufgebaut ist und daraus Grundthemen ableiten, auf die man sich vorbereiten kann.

Und danach ging es an praktische Übungen. Nacheinander durften (oder mußten) die Spieler ans Klavier, Neil Brand beschrieb eine Szene und dann hieß es: spielt. Es war spannend, wie sich die Musik änderte, nachdem Neil Brand Tipps und Variationen anbrachte.

Besonders spannend fand ich, welche Änderungen sich ergaben, als die Pianisten nicht mehr die Filmszene begleiten sollten, sondern ihre Empfindungen, die sie selbst in einer vergleichbaren Situation hatten. Zu einer Liebesszene sagte er nur: Spielt nicht Sie im Film, spielt euch in Liebe. Wenn ihr älter werdet wird das einfacher, glaubt mir.

Weitere Tipps: Spielt Komödien nie lustig. Spielt es normal, die Pointe kommt von alleine. Und beendet eine Melodie nicht zu früh. Das zeigt Neil Brand selbst am Beispiel Happy Birthday to you. Er setzte sich ans Klavier, begann die Melodie und dann geht die Handlung länger wie erwartet. Es war spannend, wie er die Melodie wechselte und mehrmals wieder zum Grundthema zurückging bis er dann nach Ewigkeiten den Schlußakkord setzte.

Ich bin mal gespannt, wie ich selbst jetzt beim nächsten Film die Musik empfinden werde.

Pordenone: Gespräch mit Jean Darling

Am Nachmittag gibt es ein Gespräch mit Jean Darling. Sie sitzt zusammen mit David Wyatt auf der Bühne im Ridotto del Verdi, einer kleineren Bühne des Theaters in Pordenone.

Es ist faszinierend wie lebhaft und agil sie über ihre Zeit in Hollywood und besonders ihrer Zeit mit den kleinen Strolchen berichtet. Spannend auch ihre Anekdoten und Geschichtchen über Roscoe Arbuckle, Stan Laurel, Greta Garbo, Gary Cooper, Clarke Gable...

Neben so Informationen, wie sie gecastet wurde und wie es mit Schule und Dreh funktionierte erklärte Sie auch, warum die Stummfilm-Strolche besser waren als die Tonfilm-Strolche. Die Stummfilme spielten sie (playing) und der Regisseur rief ihnen Anweisungen zu, die sie in ihr Spiel einbauten. Im Tonfilm mußten die Kinder mehr arbeiten, weil sie jetzt in ihrer Freizeit die Texte lernen mußten. Und beim Dreh schauspielten sie jetzt (acting), sie spielten (play) nicht mehr.

Schade, das die Veranstaltung so schlecht besucht war, es war wirklich interessant. Vielleicht war die eintägige Vorankündigungszeit zu kurz.

Pordenone: Chicago mit dem Prima Vista Social Club

Am Abend gibt es mal wieder eine hervorragende Begleitmusik zum Film Chicago (1927), diesmal vom Prima Vista Social Club mit Neil Brand (Klavier), Günther Buchwald (Geige), Romano Todasco (Bass), Dennis Biason (Gitarre), Matthias Danneck (Schlagzeug). Verstärkt wird die Gruppe für diesen Film von Stefan Oberländer am Saxofon.

Der Film selbst ist amüsant und spielt naheligenderweise in Chicago. Er nimmt die Presse, insbesonders die Boulevardpresse aufs Korn. Und was macht es schon, wenn man jemand umbringt, Hauptsache die Presse macht einen zur schönsten Mörderin.

Samstag 13. Oktober 2007

Pordenone: Isn't Live wunderfull

Am Samstag gab es mal wieder einen Griffitth-Film, mal wieder hervorragend von Günther Buchwald begleitet.

Isn't Live wunderfull spielt in Berlin in der Nachkriegszeit und während der Weltwirtschaftskrise. Beim Schauen des Films mußte ich mir immer wieder vor Augen halten, das da die Nachwirkungen des ersten Weltkrieges gezeigt werden und nicht die des zweiten. Das sich schon nach dem ersten Weltkrieg die Grenzen Deutschlands nach Westen verschoben und es Vertrieben gab, war mir schon aus dem Geschichtsunterricht bekannt. Aber das es auch schon damals so ein großes Problem mit Ostflüchtlingen gab, war mir so unbekannt.

Wie gewohnt bei Griffith ist die Handlung wieder äußerts melodramatisch und am Ende wird alles gut. Aber immerhin hat es sich in diesem Film mit Nationalismus zurückgehalten. Insgesamt ein sehenswerter Film.

Pordenone: Farmer aus Texas

Die Nachmittagsvorstellungen gibt es diesmal nicht im Teatro Verdi, sondern in einem einem Kino, dem Cinemazero . Im Teatro Verdi findet die Generalprobe für die Abschlußveranstaltung statt.

Gezeigt wird Cowboy Count, ein deutscher Film von 1925. Eine texanische Ranchertochter heiratet einen schwedischen Grafen und bekommt einen Sohn. Als ihr Vater stirbt, freut sich der Graf über die Erbschaft, wird aber enttäuscht, alles soll der Sohn erben, wenn er erwachsen ist. Die Ranchertochter will sich trennen, befürchtet aber, das sie ihren Sohn nicht mitnehmen kann. Kurzerhand wird dem Grafen ein falsches Kind untergeschoben ohne das er es merkt. Als es dann soweit ist, das die Erbschaft verteilt werden soll gibt es ein entsprechende Chaos.

Der Film wird von Roman Zavada, einem der Schüler der Masterclass begleitet. Ich sag nur: Gut gemacht!

Pordenone: Abschlußveranstaltung mit Pandoras Box

Zum Abschluß gibt es noch einmal ein Film vom Orchestra Sinfonica del Friuli Giulia begleitet, diesmal ist es Pandoras Box.

Die Reden vorab werden kurz gehalten, da der Abend lang zu werden scheint. Aber es bleibt genügend Zeit um John Canemaker und Madeline Fitzgerald Matz den Jean Mitry Award zu überreichen. Die Zwei werden dafür für ihre Arbeit für den Stummfilm gewürdigt. Besonders hervorgehoben wurde der Preis für Madeline Fitzgerald Matz, da es eher ungewöhnlich ist, das eine Bibliothekarin so gewürdigt wird.

Danach folgte der Film Pandoras Box, mit einer Komposition von Paul Lewis . Er dirigiert selbst das Orchestra Sinfonica del Friuli Giulia. Louise Brooks beeindruckte mich zum wiederholten mal, die Musik war toll. Aber die Länge des Films nahm mich nach der doch anstrengenden Woche doch etwas mit.

Pordenone 2007 - Ein Rückblick

Jetzt ist es eine Woche her, seit ich aus Pordenone zurück bin. Welche Eindrücke habe ich mitgenommen? Ich sah jede Menge Stummfilme mit guter Musik, und oft mit hervorragender Musik. Ich schätze, dass ich etwa 1/3 der angebotenen Filme gesehen habe. Mit Jean Darling konnte man wieder einen Menschen erleben, der über seine persönlichen Erfahrungen aus der Stummfilmzeit berichten konnte. Schade das die ebenfalls angekündige Diana Serry Carry (Baby Peggy) aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend war, aber Sie lies ausrichten, das sie nächstes Jahr wieder kommen will.

Wie jedes Jahr machte ich die Erfahrung, das es komplett unnötig ist Bücher mitzunehmen um Leerlauf zu überbrücken. Es gibt soviel zu sehen, es gibt kein Leerlauf. Und wenn, dann setzt man sich lieber mal ins Café oder Restaurant und läßt es sich gutgehen.

Ich startete dieses Jahr erstmals den Versuch eines Livebloggings vom Festival. Es gestaltete sich schwieriger als ich erwartet habe. Zum einen gab es technische Gründe (der Internetzugang war manchmal etwas schwierig), vor allem gab es etwas Probleme die Zeit zum schreiben zu finden. Insgesamt glaube ich nicht, das ich das so wiederhole. Bei Bioscope gab es auch eine Live-Bericht vom Tag 1 bis zum Tag 5 des Festivals. Nächstes Jahr, sofern ich dann wieder in Pordenone bin, werde ich es wohl ebenso machen. Schade fand ich, dass ich erst zuhause feststellte, das die Bioscope-Macher auch in Pordenone sind, dabei haben sie es frühzeitig angekündigt . Man hätte sich ja mal treffen können.

Nach acht Jahren fand das Festival nicht in Sacile, sondern in Pordenone statt, für mich war es das erste Mal in Pordenone. Es ist ganz angenehm, wenn man mal schnell ins Hotel kann für eine kurze Entspannung. Genutzt habe ich diese Möglichkeit aber kaum. Nur abends war es sehr praktisch gleich ins Bett gehen zu können und nicht erst mit dem Bus zum Hotel fahren zu müssen. Insgesamt war die Atmosphäre in Pordenone nicht so familiär. In Sacile war die Stadt vom Festival geprägt, selbst Bäcker und Schuhgeschäfte dekorierten für das Festival . Sacile empfand ich gemütlicher, die Cafés reizten mehr zum verweilen. Pordenone ist größer, das ist Festival ist sichtbar, aber nicht prägend.

Das Programm dieses Jahr kam mir kleiner als in Sacile vor, wobei es glaube ich eher ein subjektiver Blick war. In Sacile waren die zwei Veranstaltungsorte an zwei Enden der Stadt, in Pordenone an zwei Enden eines Gebäudes. Zugleich war das Programmheft kompakter und zeitlich sortiert. Die Programme in Sacile waren in einer Tabelle und man konnte Terminüberschneidungen leicht erkennen.

Insgesamt wieder ein schönes und interessantes Festival. Wer einen Blick in das komplette Programm werfen will, kann sich das Programm (180KB, 11 Seiten) und das Programmheft (ca. 3MB, 84 Doppelseiten) als PDF downloaden.